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Was macht eigentlich der ehemalige Flughafen Tegel? 12.06.2026

Posted on 4. Juli 20264. Juli 2026 by ralphmeiling

Wer früher regelmäßig vom Flughafen Tegel geflogen ist oder dort Freunde und Familie abgeholt hat, kennt dieses Gefühl. Die Zufahrt, die Anzeigetafeln und die markante Architektur gehörten viele Jahre ganz selbstverständlich zu Berlin. Heute sieht die Welt dort völlig anders aus.

Ich habe mir gedacht: Fahr doch einfach mal hin und schau nach, was aus dem ehemaligen Flughafen geworden ist.

Schon auf der alten Zufahrt wird klar, dass man nicht mehr weit kommt. Wo früher Autos Richtung Terminal rollten, endet der Weg heute am Bauzaun. Dahinter wird gebaut, abgerissen und neu gestaltet. Das gesamte Gelände befindet sich mitten im Wandel.

Natürlich wäre es spannend gewesen, einmal über das Gelände zu laufen und sich alles aus der Nähe anzusehen. Aber die Zäune, Sicherungen und Absperrungen machen schnell deutlich, dass das keine gute Idee ist. Also bleibt der Blick von außen. Und selbst dieser erzählt bereits eine Menge.

Besonders interessant fand ich die Stellen, an denen plötzlich Erinnerungen zurückkommen. Die alte Anzeigetafel zum Beispiel. Früher genügte ein kurzer Blick aus dem Autofenster, um zu sehen, wohin man fahren musste. Wer sich nicht sicher war, hielt kurz an, schaute noch einmal nach und fuhr anschließend weiter. Solche kleinen Momente vergisst man im Alltag. Erst wenn man wieder an diesem Ort steht, sind sie plötzlich wieder da.

Überall entdeckt man Spuren der Vergangenheit. Eine alte Bushaltestelle wirkt inzwischen fast wie ein Kunstwerk. Eingeschlagene Scheiben, Brennnesseln und Pflanzen zeigen, wie sich die Natur ihren Platz langsam zurückholt. An anderer Stelle wächst bereits ein Baum durch eine Sitzbank. Berlin verändert sich ständig und genau das kann man hier besonders gut beobachten.

Auffällig ist auch der Boden. Überall kommt der Berliner Sand wieder zum Vorschein. Sobald Straßen und Gebäude verschwinden, sieht man den ursprünglichen Untergrund. Das macht einem erst bewusst, dass Berlin tatsächlich auf Sand gebaut ist.

Mein Rundgang war keine spektakuläre Expedition. Ich bin einfach am Bauzaun entlanggelaufen, habe beobachtet, fotografiert und Erinnerungen aufleben lassen. Genau solche Orte erzählen Geschichten. Nicht nur von Gebäuden, sondern auch von den Menschen, die sie über viele Jahrzehnte genutzt haben.

Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und dokumentieren, wie sich das Gelände weiter verändert. Es wird spannend sein zu beobachten, wie aus dem ehemaligen Flughafen ein völlig neuer Stadtteil entsteht. Bis dahin ist dieser Beitrag eine kleine Momentaufnahme eines Ortes, den fast jeder Berliner kennt und der gerade ein neues Kapitel seiner Geschichte schreibt.

Euer Ralph Meiling

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